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Ein Grafikatelier, eine Druckmanufaktur und ein Buchverlag unter einem Dach. Hier trifft traditionelles Handwerk auf moderne Technologie und sorgfältige Gestaltung auf Experimentierlust.

Wünschen Sie sich einen versierten Designer, der Ihre Publikation gestaltet?

Im Grafikatelier konzentriere ich mich auf Typografie. Ich verleihe Texten einen visuellen Auftritt und gestalte das Zusammenspiel von Text und Bild. Stets mit Blick auf Botschaft und Funktion – und im Bewusstsein der Wirkung auf die Leserinnen und Leser. Schwerpunkte sind Editorial Design und Instructional Design, also die Gestaltung von Büchern, Zeitschriften und Lernmedien. ––– Aktuell

Schätzen Sie das Besondere?

In der Druckmanufaktur lote ich die Grenzen zwischen alten und neuen Druck- und Bindeverfahren aus. Mit Sinn für Materialien und Details schaffe ich haptische Erlebnisse. Druckerzeugnisse sind nicht nur Informationsträger. Sie entfalten ihren Zauber erst, wenn man sie zur Hand nimmt, über das Papier streicht und blättert. Ideal für Ausstellungen, Eröffnungen, Jubiläen, Festanlässe oder Präsentationen; Kleinserien für Einladungskarten, Falzprospekte, Kleinplakate, Neujahrskarten, Broschüren oder Sondereditionen. ––– Aktuell

Haben Sie eine Wegmarke erreicht und planen eine Vor- oder Rückschau?

In der Druckmanufaktur lote ich die Grenzen zwischen alten und neuen Druck- und Bindeverfahren aus. Mit Sinn für Materialien und Details schaffe ich haptische Erlebnisse. Druckerzeugnisse sind nicht nur Informationsträger. Sie entfalten ihren Zauber erst, wenn man sie zur Hand nimmt, über das Papier streicht und blättert. Ideal für Ausstellungen, Eröffnungen, Jubiläen, Festanlässe oder Präsentationen; Kleinserien für Einladungskarten, Falzprospekte, Kleinplakate, Neujahrskarten, Broschüren oder Sondereditionen. ––– Aktuell

Suchen Sie eine Druckwerkstatt oder organisieren Sie einen Workshop?

Ich biete Arbeitsplätze, fachkundige Beratung und die Möglichkeit, historische Druckmaschinen – einen Boston-Tiegel im Format 16 × 30 cm oder eine Andruckmaschine von Gietz im Format 42 × 60 cm – selbst zu nutzen.

Katharina Wehrli, freischaffende Lektorin und Journalistin: «Urs Bernet gestaltet seit Jahrzehnten Bücher – mit Leidenschaft und höchster Professionalität. Bei unserer Zusammenarbeit für das Jubiläumsbuch Viel mehr als Materialien. Eine kurze Geschichte der EMPA habe ich seine Klarheit, Sorgfalt und Kreativität sehr geschätzt. Urs Bernet beherrscht alle Arbeitsschritte der Buchproduktion souverän: von der Konzeption und Planung bis hin zu Gestaltung und Druck.»

Stefan Kubli, Fotograf:  «Urs Bernet verfügt über einen riesigen Erfahrungsschatz, einen messerscharfen analytischen Verstand – und einen wunderbaren Humor. Als ich für die Unternehmensgeschichte von SIGVARIS fotografierte, konnte ich mich auf seine Unterstützung und seinen Rat verlassen. Aus meinen 30’000 Aufnahmen, die über neun Monate hinweg entstanden waren, gemeinsam mit ihm die Essenz herauszudestillieren, war ein Highlight des Projekts.»

Andreas Heege, Archäologe und Keramikforscher: «Wissenschaftsliteratur und schöne Bücher scheinen oft ein Gegensatz zu sein. Urs Bernet ist es jedoch gelungen, bei meinem wichtigsten Werk Keramik aus Langnau. Zur Geschichte der bedeutendsten Landhafnerei im Kanton Bern die enorme Bilderfülle zusammen mit dem Text grundlegend zu strukturieren und dem Leser optisch angenehme Orientierung zu bieten.»

Joseph Jung, Historiker und Publizist:  «Urs Bernet schafft wahre Meisterwerke. Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Buch vereint er alle Prozesse unter einem Dach. Aus seiner Hand stammen zwei meiner Bücher: Das Laboratorium des Fortschritts. Die Schweiz im 19. Jahrhundert und Alfred Eschers Thronreden. Beiden Werken sieht man die ganzheitliche Perfektion und die stilvolle Eleganz an.» 

Urs Bernet

Seit mehr als 25 Jahren beschäftige ich mich mit Design, Druck und Medien – zuerst als Typografischer Gestalter und Instruktionsdesigner, später als Erwachsenenbildner.

Porträt von Urs Bernet

Ich baute Agenturen auf, war Mitgründer des Verlags Hier+Jetzt und realisierte anspruchsvolle Publikationen. Zuletzt hatte ich Führungsaufgaben an der Schule für Gestaltung Zürich inne als Studiengangleiter und Prorektor. Gleichzeitig unterrichtete ich in der beruflichen Weiterbildung sowie an Hochschulen.

Ich arbeite gern in einem kleinen Team, das ein gemeinsames Ziel verfolgt. Neugier, Zuversicht und Einsatz führen zum Erfolg. Fünf Meilensteine:

  • Buch «Rollstuhlführer für die Stadt Zürich» von Stefan Bär und Urs Bernet

    Der Erfolg des Rollstuhlführers für die Stadt Zürich hat mich dazu ermutigt, selbstständig zu arbeiten.

    In den 1990er-Jahren habe ich mit Stefan Bär die Berufsschule besucht – er als angehender Sortimentsbuchhändler, ich als Verlagsbuchhändler. Nach der Lehre arbeitete Stefan in einem Heim für muskelkranke Menschen. Ich begann eine zweite Lehre zum Typografen und bildete mich zum Typografischen Gestalter weiter.


    Hohe Hürden

    In seinem Job erlebte Stefan, wie Hindernisse Menschen im Rollstuhl ausgrenzen. Im Gegensatz zu anderen Städten fehlte in Zürich ein Führer zu behindertengerechten Bauten. Stefan und ich entschlossen, diese Lücke zu schliessen.

    Es war uns klar, dass wir die Finanzierung und Recherchen nicht allein bewältigen konnten. Um Partner zu finden, schickten wir eine Projektdokumentation an Stiftungen, Unternehmen und Behörden.


    Krönender Abschluss

    Das Echo überwältigte uns. Das Defizit war rasch gedeckt. Die Stadt Zürich stellte Stefan und mir zwei Mitarbeiter zur Seite. Die beiden Langzeitarbeitslosen besuchten die Stadtquartiere, massen Türbreiten und zählten Treppenstufen.

    Nun konnte ich gestalten, produzieren und vermarkten. Der Rollstuhlführer für die Stadt Zürich war schnell ausverkauft. Ein Preis im Wettbewerb für die schönsten Schweizer Bücher krönte den Erfolg.

  • Lehrmittel «Mathbuch» erschienen im Verlag Klett und Balmer

    Die halbe Deutschschweiz lernt Mathematik mit einem Lehrmittel, das ich im grafischen Atelier Bernet & Schönenberger gestaltet habe.

    Den Einstieg in die Welt der Lehrmittel ist mir gemeinsam mit der Fotografin Stephanie Tremp und der Illustratorin Brigitte Gubler gelungen. Unsere Arbeitsgemeinschaft, die wir für den Gestaltungswettbewerb des mathbuchs gründeten, prägte unsere beruflichen Wege über Jahre hinweg.


    Anschaulich und lebensnah

    Das mathbuch stellt das aktiv-entdeckende Lernen in den Mittelpunkt. Schülerinnen und Schüler verfolgen eigene Lernwege und tauschen sich in Gruppen aus. Wir setzten das didaktische Konzept um, indem wir Fotografie und wissenschaftliche Illustration verbanden. Die Fotos zeigen, wie allgegenwärtig Mathematik im Alltag der Schülerinnen und Schüler ist. Die Zeichnungen lenken ihre Aufmerksamkeit, vereinfachen Sachverhalte und verdeutlichen Zusammenhänge.


    Übersichtlich und verständlich

    Als Typografischer Gestalter verknüpfte ich Texte, Fotos und Zeichnungen zu wirksamen Lernumgebungen. Übersichtlichkeit ist Voraussetzung für das selbstständige Lernen und den Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern. Die Verständlichkeit der Lerninhalte steht im Zusammenhang mit der sorgfältigen Gestaltung von Details, zum Beispiel mit der Leserlichkeit der Schrift oder der Anordnung von grafischen Elementen.

    Das mathbuch wurde 2006 und 2014 mit dem World Didac Award ausgezeichnet. Der Preis geht alle vier Jahre an innovative und pädagogisch wertvolle Lehrmittel.

  • «SIGVARIS» von Martin Arnold, Urs Fitze und Stefan Kubli

    Die Büchermacher haben Buchprojekte von A bis Z begleitet – von der Ideenfindung bis zur Auslieferung.

    Die Büchermacher GmbH habe ich mit der Lektorin Katharina Blarer gegründet. Wir kannten das Buchgeschäft von Grund auf. Schnell machten wir uns im Corporate Publishing einen Namen und entwickelten Bücher für renommierte Unternehmen.


    150 Jahre, 1 Buch

    SIGVARIS stellte uns vor besondere Herausforderungen. Das Familienunternehmen blickte auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Vom Winterthurer Mercerie-Geschäft entwickelte es sich zu einer weltweit tätigen Gruppe, die medizinische Kompressionsbekleidung herstellt. Das Jubiläumsbuch sollte alle Mitarbeitenden erreichen – von der Näherin in Belo Horizonte bis zum Controller in Winterthur. Gleichzeitig sollte sich die präzise Verarbeitung der SIGVARIS-Produkte in der Qualität der Texte und Bilder spiegeln.

    Katharina und ich waren uns einig: Kreativität findet nicht out of the box statt. Schreiben, Fotografieren und Gestalten brauchen einen festen Rahmen. Deshalb schlugen wir vor, Konzeption und Realisation zu trennen.


    Trichter für die Konzeption

    Die Konzeptionsphase glich einem Trichter. Gemeinsam mit den Kunden entwickelten wir Ideen, die wir immer weiter verdichteten. Am Ende stand ein Projektbeschrieb, der den Spielraum absteckte – zum Beispiel Inhalte, Tonalität, Verantwortlichkeiten, Kosten und Termine.


    Treppe für die Realisation

    Die Realisationsphase folgte dem Prinzip einer Treppe. Schritt für Schritt setzten wir das Projekt um. Jedes Arbeitspaket war in sich abgeschlossen und baute auf dem vorherigen auf.

    Das Vorgehen in zwei Phasen ermöglichte eine passgenaue Lösung: Muse und Kreativität in der Konzeptphase – Sicherheit und Effizienz in der Realisationsphase.

  • Buch «Keramik aus Langnau» von Andreas Heege und Andreas Kistler, erschienen in den Schriften des BHM

    Archäologie ist eines meiner Steckenpferde. Als Jugendlicher habe ich im Kanton Thurgau auf Ausgrabungen ausgeholfen, später habe ich als Typografischer Gestalter zahlreiche Monografien gestaltet.

    Immer mehr und immer grössere Luftblasen platzen an der Oberfläche des Nussbaumersees. Bald leuchtet auch die feuerrote Kopfhaube des Tauchers auf. Er klammert sich an mein Ruderboot und reicht mir eine kleine Schale aus grobem Ton. «Ist das nicht ein Schmelztiegel?»
     

    Objekte erzählen Geschichte
     
    Dieser Zufallsfund ist mir in Erinnerung geblieben. Das faustgrosse Gefäss war der erste Beweis, dass Menschen im Seebachtal am Übergang von der Stein- zur Bronzezeit Metall verarbeiteten. Zuvor hatten grossflächige Ausgrabungen am Ufer und Grund des Nussbaumersees keine Hinweise darauf geliefert.
     
    Die zweibändige Monografie Keramik aus Langnau war das dritte Buchprojekt, das ich für den freischaffenden Archäologen Andreas Heege umsetzte. Langnau war von 1700 bis 1830 ein Zentrum des Keramikhandwerks. Geschirr aus dem Emmental fand in ganz Europa Abnehmer. Andreas katalogisierte über 2000 Gefässe, um den Langnauer Stil anhand von Formen, Bemalungen und Inschriften zu rekonstruieren. Die Geschichte der einzelnen Werkstätten erzählte er über die Hafnerfamilien, die oft über Generationen hinweg tätig waren.


    Orientierung und Lesevergnügen
     
    Mit 850 Seiten und 900 Abbildungen war Keramik aus Langnau eine echte Herausforderung. Wenn ich heute in den beiden Bänden blättere, bin ich noch immer stolz: Die Bücher wirken leicht und einladend. Meine Aufgabe war es, die enorme Materialfülle zu strukturieren, Bild und Text präzise aufeinander abzustimmen und den Leserinnen und Lesern Orientierung und Lesekomfort zu bieten.

  • ursber.net_Maxime-Verlag_Thomas Bochet_Röbi Stolz_Von Menschen und Rädern.jpg

    Bücher sind auch Markenbotschafter. In meiner Laufbahn habe ich viele Unternehmensbücher gestaltet: für die EMPA, Ringier, SIGVARIS oder das Bürgenstock Resort Lake Lucerne. Doch auch KMU setzen auf sorgfältig editierte Bücher, um ihre Marke zu stärken.
     

    Den Geruch von Öl, Gummi und frischem Kaffee habe ich nicht vergessen. Wir sassen zu dritt um einen Tisch im winzigen Hinterzimmer von Röbi Stolz’ Rahmenbauwerkstatt. Röbi erzählte Thomas Bochet und mir von einem Kunden, der am Vortag mit seinem Privatjet aus Südafrika nach Zürich geflogen war, um mit ihm die letzten Bestandteile seines massgefertigten Fahrrads auszuwählen.

     

    Zum Lesen drehen

    Wir hatten gerade meinen Entwurf diskutiert. Röbi und Thomas blätterten noch im Prototyp. Bei jedem Kapitelanfang drehten sie das Musterbuch um die eigene Achse. Meine Idee war, mit der Textanordnung auf das Fahrradfahren anzuspielen. Im Auftrag von Röbi hatte Thomas mit seinem Fahrrad Westeuropa durchquert und am Ende jeder Etappe einen herausragenden Fahrradbauer besucht. In meinem Entwurf standen die Reiseberichte von Thomas senkrecht und die dreizehn Werkstattporträts parallel zum Bund.

     

    Schmiermittel auf dem Einband

    Röbi gratulierte. Aus seiner Sicht würden sich Inhalt und Form ideal ergänzen. «Aber die Oberfläche des Einbands ist sehr heikel. Da ist schon ein Fleck von Schmiermittel.» «Das ist meine Absicht», entgegnete ich Röbi. «Deine Kunden suchen bei dir nicht den austauschbaren Luxus, sondern das unverfälschte Handwerk. Durch den Gebrauch werden deine Bücher zu Unikaten.»

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