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Ein Grafikatelier, eine Druckmanufaktur und ein Buchverlag unter einem Dach. Hier trifft traditionelles Handwerk auf moderne Technologie und sorgfältige Gestaltung auf Experimentierlust.

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Wünschen Sie sich einen versierten Gestalter, der Ihre Publikation gestaltet?

Im Grafikatelier konzentriere ich mich auf Typografie. Ich verleihe Texten einen visuellen Auftritt und gestalte das Zusammenspiel von Text und Bild. Stets mit Blick auf Botschaft und Funktion – und im Bewusstsein der Wirkung auf die Leserinnen und Leser. Schwerpunkte sind Editorial Design und Instructional Design, also die Gestaltung von Büchern, Zeitschriften und Lernmedien.

Schätzen Sie das Besondere?

In der Druckmanufaktur lote ich die Grenzen zwischen alten und neuen Druck- und Bindeverfahren aus. Mit Sinn für Materialien und Details schaffe ich haptische Erlebnisse. Druckerzeugnisse sind nicht nur Informationsträger. Sie entfalten ihren Zauber erst, wenn man sie zur Hand nimmt, über das Papier streicht und die Druckfarbe riecht. Ideal für  Kleinserien, zum Beispiel Briefschaften, Karten, Einladungen, Etiketten, Verpackungen und Sondereditionen.

Haben Sie eine Wegmarke erreicht und planen eine Vor- oder Rückschau?

Im Buchverlag führe ich zusammen, was eine rundum gelungene Publikation ausmacht: Inhalt, Redaktion, Gestaltung, Produktion, Werbung und Vertrieb. Ich begleite Projekte von der Idee bis zur Auslieferung – mit langjähriger Projektleitungserfahrung und einem Netzwerk bewährter Spezialistinnen und Spezialisten. Im Fokus stehen sorgfältig editierte Bücher zu bemerkenswerten Vorhaben, Lebenswegen, Unternehmen und Geschichten in den Bereichen Kunst, Gesellschaft und Wirtschaft.

Suchen Sie eine Druckwerkstatt oder planen Sie einen Workshop?

Ich biete Arbeitsplätze, fachkundige Beratung und die Möglichkeit, auf historischen Maschinen – einem Boston-Tiegel im Format 16 × 30 cm oder einer Gietz-Andruckmaschine im Format 42 × 60 cm – selbst zu drucken.

Urs Bernet

Seit mehr als 25 Jahren beschäftige ich mich Design, Druck und Medien – zuerst als Typografischer Gestalter und Instruktionsdesigner, später als Erwachsenenbildner.

Porträt von Urs Bernet

Ich baute Agenturen und Verlage auf, entwickelte und realisierte anspruchsvolle Publikationen und hatte Führungsaufgaben an der Schule für Gestaltung Zürich als Studiengangleiter und Prorektor. Gleichzeitig unterrichtete ich viele Jahre in der beruflichen Weiterbildung sowie an Hochschulen.

Ich arbeite gern in einem kleinen Team, das ein gemeinsames Ziel verfolgt. Neugier, Zuversicht und Einsatz führen zum Erfolg. Fünf Meilensteine:

  • «Rollstuhlführer für die Stadt Zürich» von Stefan Bär und Urs Bernet

    Der Erfolg des «Rollstuhlführers für die Stadt Zürich» hat mich dazu ermutigt, selbstständig zu arbeiten.

    In den 1990er-Jahren habe ich mit Stefan Bär die Berufsschule besucht – er als angehender Sortimentsbuchhändler, ich als Verlagsbuchhändler. Nach der Lehre arbeitete Stefan in einem Heim für muskelkranke Menschen. Ich begann eine zweite Lehre zum Typografen und bildete mich zum Typografischen Gestalter weiter.


    Hohe Hürden

    In seinem Job erlebte Stefan, wie Hindernisse Menschen im Rollstuhl ausgrenzen. Im Gegensatz zu anderen Städten fehlte in Zürich ein Führer zu behindertengerechten Bauten. Stefan und ich entschlossen, diese Lücke zu schliessen.

    Es war uns klar, dass wir die Finanzierung und Recherchen nicht allein bewältigen konnten. Um Partner zu finden, schickten wir eine Projektdokumentation an Stiftungen, Unternehmen und Behörden.


    Krönender Abschluss

    Das Echo überwältigte uns. Das Defizit war rasch gedeckt. Die Stadt Zürich stellte Stefan und mir zwei Mitarbeiter zur Seite. Die beiden Langzeitarbeitslosen besuchten die Stadtquartiere, massen Türbreiten und zählten Treppenstufen.

    Nun konnte ich gestalten, produzieren und vermarkten. Der «Rollstuhlführer für die Stadt Zürich» war schnell ausverkauft. Ein Preis im Wettbewerb für die schönsten Schweizer Bücher krönte den Erfolg.

  • «Mathbuch» erschienen im Verlag Klett und Balmer

    Die halbe Deutschschweiz lernt Mathematik mit einem Lehrmittel, das ich im grafischen Atelier Bernet & Schönenberger gestaltet habe.

    Den Einstieg in die Welt der Lehrmittel ist mir gemeinsam mit der Fotografin Stephanie Tremp und der Illustratorin Brigitte Gubler gelungen. Unsere Arbeitsgemeinschaft, die wir für den Gestaltungswettbewerb des Mathbuchs gründeten, prägte unsere beruflichen Wege über Jahre hinweg.


    Anschaulich und lebensnah

    Das Mathbuch stellt das aktiv-entdeckende Lernen in den Mittelpunkt. Schülerinnen und Schüler verfolgen eigene Lernwege und tauschen sich in Gruppen aus. Wir setzten das didaktische Konzept um, indem wir Fotografie und wissenschaftliche Illustration verbanden. Die Fotos zeigen, wie allgegenwärtig Mathematik im Alltag der Schülerinnen und Schüler ist. Die Zeichnungen lenken ihre Aufmerksamkeit, vereinfachten Sachverhalte und verdeutlichten Zusammenhänge.

     
    Übersichtlich und verständlich

    Als Typografischer Gestalter verknüpfte ich Texte, Fotos und Zeichnungen zu wirksamen Lernumgebungen. Übersichtlichkeit ist Voraussetzung für das selbstständige Lernen und den Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern. Die Verständlichkeit der Lerninhalte steht im Zusammenhang mit der sorgfältigen Gestaltung von Details, zum Beispiel mit der Leserlichkeit der Schrift oder der Anordnung von grafischen Elementen.

    Das Mathbuch wurde 2006 und 2014 mit dem World Didac Award ausgezeichnet. Der Preis geht alle vier Jahre an innovative und pädagogisch wertvolle Lehrmittel.

  • «SIGVARIS» von Martin Arnold, Urs Fitze und Stefan Kubli

    Die Büchermacher haben Buchprojekte von A bis Z begleitet – von der Ideenfindung bis zur Auslieferung.

    Die Büchermacher GmbH habe ich mit der Lektorin Katharina Blarer gegründet. Wir kannten das Buchgeschäft von Grund auf. Schnell machten wir uns im Corporate Publishing einen Namen und entwickelten Bücher für renommierte Unternehmen.


    150 Jahre, 1 Buch

    SIGVARIS stellte uns vor besondere Herausforderungen. Das Familienunternehmen blickte auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Vom Winterthurer Mercerie-Geschäft entwickelte es sich zu einer weltweit tätigen Gruppe, die medizinische Kompressionsbekleidung herstellt. Das Jubiläumsbuch sollte alle Mitarbeitenden erreichen – von der Näherin in Belo Horizonte bis zum Controller in Winterthur. Gleichzeitig sollte sich die präzise Verarbeitung der SIGVARIS-Produkte in der Qualität der Texte und Bilder spiegeln.

    Katharina und ich waren uns einig: Kreativität findet nicht out of the box statt. Schreiben, Fotografieren und Gestalten brauchen einen festen Rahmen. Deshalb schlugen wir vor, Konzeption und Realisation zu trennen.


    Trichter für die Konzeption

    Die Konzeptionsphase glich einem Trichter. Gemeinsam mit den Kunden entwickelten wir Ideen, die wir immer weiter verdichteten. Am Ende stand ein Projektbeschrieb, der den Spielraum absteckte – zum Beispiel Inhalte, Tonalität, Verantwortlichkeiten, Kosten und Termine.


    Treppe für die Realisation

    Die Realisationsphase folgte dem Prinzip einer Treppe. Schritt für Schritt setzten wir das Projekt um. Jedes Arbeitspaket war in sich abgeschlossen und baute auf dem vorherigen auf.

    Das Vorgehen in zwei Phasen ermöglichte eine passgenaue Lösung: Muse und Kreativität in der Konzeptphase – Sicherheit und Effizienz in der Realisationsphase.

  • «Keramik aus Langnau» von Andreas Heege und Andreas Kistler, erschienen in den Schriften des Bernischen Historischen Museums

    Archäologie ist eines meiner Steckenpferde. Als Jugendlicher habe ich im Kanton Thurgau auf Ausgrabungen ausgeholfen, später habe ich als Typografischer Gestalter zahlreiche Monografien gestaltet.

    Immer mehr und immer grössere Luftblasen platzen an der Oberfläche des Nussbaumersees. Bald leuchtet auch die feuerrote Kopfhaube des Tauchers auf. Er klammert sich an mein Ruderboot und reicht mir eine kleine Schale aus grobem Ton. «Ist das nicht ein Schmelztiegel?»
     

    Objekte erzählen Geschichte
     
    Dieser Zufallsfund ist mir in Erinnerung geblieben. Das faustgrosse Gefäss war der erste Beweis, dass Menschen im Seebachtal am Übergang von der Stein- zur Bronzezeit Metall verarbeiteten. Zuvor hatten grossflächige Ausgrabungen am Ufer und Grund des Nussbaumersees keine Hinweise darauf geliefert.
     
    Die zweibändige Monografie «Keramik aus Langnau» war das dritte Buchprojekt, das ich für Andreas Heege umsetzte. Langnau war von 1700 bis 1830 ein Zentrum des Keramikhandwerks. Geschirr aus dem Emmental fand in ganz Europa Abnehmer. Andreas Heege katalogisierte über 2000 Gefässe, um den Langnauer Stil anhand von Formen, Bemalungen und Inschriften zu rekonstruieren. Die Geschichte der einzelnen Werkstätten erzählt er über die Hafnerfamilien, die oft über Generationen hinweg tätig waren.


    Orientierung und Lesevergnügen
     
    Mit 850 Seiten und 900 Abbildungen war «Keramik aus Langnau» eine echte Herausforderung. Wenn ich heute in den beiden Bänden blättere, bin ich noch immer stolz: Die Bücher wirken leicht und einladend. Meine Aufgabe war es, die enorme Materialfülle zu strukturieren, Bild und Text präzise aufeinander abzustimmen und den Leserinnen und Lesern Orientierung und Lesevergnügen zu bieten.

  • Erwachsenenbildung an der Schule für Gestaltung Zürich (SfGZ)

    Nach 20 Jahren als selbstständiger Typografischer Gestalter und Instruktionsdesigner habe ich mein Wissen teilen wollen: Ich begann, an der Schule für Gestaltung Zürich in der beruflichen Weiterbildung zu unterrichten.
     
    Mein Pensum und die Themen sind rasch gewachsen. Ich lehrte Medienkompetenz, Projektmanagement, Entrepreneurship, Editorial Design und Rechnungswesen – für angehende Interaction Designer, Malermeisterinnen, Visuelle Gestalter und Medienmanagerinnen. Jeder Studiengang hatte seine eigene Kultur. Ich richtete meinen Unterricht darauf aus, wählte unterschiedliche Formate und passte meine Rolle an. Das faszinierte mich.
     

    Neue Höhere Fachschule
     
    Die Kür war der Aufbau der Höheren Fachschule Medienmanagement. Zusammen mit Branchenkennern und Verbandsvertretern entwickelte ich das bestehende Ausbildungskonzept weiter. Das Akkreditierungsverfahren des SBFI, das parallel zur Pilotklasse lief, war Anlass, die gesamte Planung nochmals kritisch zu hinterfragen.
     
    Die Qualität eines Studiengangs steht und fällt mit den Dozierenden. Deshalb investierte ich viel Zeit in ihre Auswahl. Sie mussten nicht nur auf der fachlichen und didaktischen Ebene überzeugen, sondern als Team auch die Vielfalt der Kommunikationswirtschaft abbilden.


    Neue Aufgaben
     
    Als Kriterium für die Erfolgsmessung verfolgte ich die berufliche Entwicklung der Studierenden. Fast alle nahmen neue Aufgaben an. Dass sie Führungsfunktionen übernahmen oder eigene Unternehmen gründeten, war für mich die schönste Bestätigung meiner Arbeit.

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