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Eine Novelle aus Geschichten und Flunkereien

  • Writer: Urs Bernet
    Urs Bernet
  • Aug 27
  • 2 min read

Nun steht es fest: Der erste Titel des Verlags Zentralplatz erscheint am 25. April 2027. Um 11.30 Uhr lädt das Kellertheater Bremgarten zur Vernissage.


In Gigerhannes erzählt Marco Majoleth die vielschichtige, historisch inspirierte Geschichte seines Ur-Ur-Ur-Ur-Grossvaters Johann Majoleth. In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zog er mit seiner Frau Mariann als fahrender Musiker und Geschichtenerzähler umher. Mit Geige, Hackbrett und lebhafter Fantasie brachten sie Klang und Licht in Zeiten, die oft hart und abweisend waren – und fanden doch immer wieder offene Türen.


Gigerhannes ist eine historische Figur. Johann Majoleth wurde 1774 geboren, zu einer Zeit, als in der Schweiz noch Frauen als Hexen hingerichtet wurden. Und er starb 1856, als schon Eisenbahnen durchs Land fuhren. Mit seiner Familie gehörte er zu den «vagabundi», den Fahrenden, und am Fuss des Calanda liessen sie sich nieder.


Unzweifelhaft brachte es Hannes nicht nur in der Musik, sondern auch in der Fabulierkunst weit. Ein nur wenige Wochen vor seinem Tod erschienenes Porträt im «Bündner Tagblatt» beschrieb ihn als «Bündner Münchhausen». Gesicherte Fakten zu Hannes’ Biografie existieren nur wenige – und was wir zu wissen glauben, ist vielleicht nicht mal so ganz wahr. Jedenfalls musste er sein Publikum gerne unterhalten haben. Und wenn er für eine gute Geschichte die Fakten da und dort zurechtrückte, nahm man ihm das nicht übel. Im Gegenteil: Es hätte ihm niemand zugehört, hätte er es nichtgetan.


«Marco Majoleth erzählt die Vita des Gigerhannes wie einen Rosenkranz von Stories, die am ‹Funi›, dem jenischen Lagerfeuer, dargeboten werden.» Willi Wottreng, Schriftsteller und Journalist


Sicher war Hannes viel herumgekommen. Die Begegnung mit Louis-Philippe am Caumasee oder das Trinkgelage mit William Turner in Splügen sind allerdings erfunden. Ebenso die Beziehungen zu Anna Göldi und Klara Wendel. Und natürlich auch das Gespräch des Königs in Paris mit Paganini über Hannes’ Geige.


Auch die anderen Geschichten mögen sich in der damaligen Wirklichkeit nicht immer so zugetragen haben, wie sie im Gigerhannes geschildert sind. Vielleicht aber schon. Für eine Biografie gibt es zu wenige schlüssige Fakten, für eine Legende zu viele. Übrig bleibt eine Novelle aus Geschichten und Flunkereien.




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