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Erscheint

am 21. April 2027

Von der stummen Schuld zweier Liebenden

Deutschland 1945: Zwischen der jungen Erna und dem doppelt so alten, verwit­weten Konrad entspinnt sich vor der Kulisse von Hunger, Trauer und verdrängter Schuld eine uner­wartete Liebe. 

Als einstige Nationalsozialisten lernen sie zu schweigen. Das beherrschen die beiden Besiegten allmählich so gut, dass sie gemeinsam beschliessen, die wahre Vaterschaft von Ernas Kind für immer zu verschleiern. 

Basierend auf wahren Begeben­heiten zeigt der Roman, wie das Vertuschen der NS-Vergangenheit nicht nur einzelne Biografien und Familien prägt, sondern ganze Teile der Nachkriegsgesellschaft.

  • «Barbara Bonhage gelingt ein eindringliches Erzählen, das Schuld und Neuanfang nebeneinander stehenlässt. 

    Ein unaufdringlicher, klug komponierter, zutiefst menschlicher Text.» Michèle Minelli und Peter Höner, Schriftstellerin und Schriftsteller 

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  • Von Weitem sieht Erna Konrad herankommen. Er macht riesige Schwünge auf seinen Stützen, scheint voller Energie zu sein. Sie freut sich. Als er fast da ist, erkennt sie, dass er vor Ärger fast platzt. Schon biegt er von der Strasse ab in den Weg zum Haus. Er brüllt, «was ist denn hier los?!» Dann poltert er über die Schwelle ins Haus und ruft drinnen, «wo ist die Omi?» Er kommt wieder raus. Die Kinder verdrücken sich, nur Horst bleibt in der Nähe. «Die ist rüber zum Bauern gegangen», gibt der 14-Jährige Auskunft und stellt sich stramm neben Konrad auf. Das hat er damals in Posen gelernt, bei den Hitlerjungen. Man müsste dem Jungen
    sagen, dass sich das jetzt nicht mehr ziemt.

     

    «Mit dem Pack werde ich doch meine Familie nicht zusammenbringen», bricht es aus Konrad heraus, «das hätten die mir nimmer direkt ins Gesicht gesagt». Ausser sich bleibt er schwer atmend stehen. «Die weigern sich, mich einziehen zu lassen, in mein eigenes Haus und das per Telefon!»

     

    Erna steht wie angewurzelt auf der Wiese. «Was ist denn los?» Dann fasst sie Mut, macht einen kleinen Schritt auf Konrad zu, will ihm besänftigend über den Arm streichen. Ihre Hand bleibt in der Luft hängen, so ruckartig zieht er seinen Oberkörper zurück.

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    Barbara Bonhage arbeitet als Organisationsberaterin und ist Dozentin für literarisches Schreiben im Schreibwerk Ost. Sie lebt in Männedorf.

    Als promovierte Historikerin schreibt sie seit vielen Jahren; zuerst wissenschaftlich und seit zehn Jahren zunehmend fiktional auf
    Basis historischer Fakten. Ihr Erstling Gnadenlos geirrt (2021, Selbstverlag) wurde 2025 unter dem Titel Zwischen Herd und Hakenkreuz beim Verlag elfundzehn neu herausgegeben.

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  • Alexandra Senfft ist eine deutsche Buchautorin und freie Journalistin mit Arbeitsort in der Region Köln, Ruhrgebiet. 2007 hat sie als erste Enkelin eines NS-Kriegsverbrechers über die transgenerationellen Folgen von Täterschaft geschrieben: «Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte» wurde mit dem Deutschen Biografiepreis 2008 ausgezeichnet.   Senfft hat zum selben Thema weitere Bücher, Beiträge, Essays und Artikel geschrieben und hat ihre Arbeiten international vorgestellt. Dazu gehören auch Beiträge über die Aufarbeitung von Familiengeschichten ausgehend von der NSDAP-Mitgliederdatenbank.   Senfft ist Vorständin des «Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust», (pakh.de), in dem Nachkommen von Tätern und Opfern dialogisch aktiv sind, ausserdem ist sie Beisitzerin im Präsidium der Lagergemeinschaft Dachau.

    — alexandra-senfft.de

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  • Vernissage
    Mittwoch, 21. April 2027, 19 Uhr, Bibliothek Männedorf

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Barbara Bonhage
Erstaunlich heil hier
Roman mit einem Nachwort von Alexandra Senfft

ca. 300 Seiten, 13 × 21 cm, Freirückenbroschur mit Schutzumschlag

ca. CHF 34.– / € 29.–, ISBN 978-3-905748-20-8

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